90% der Kaninchenkrankheiten sind selbst durch Fütterungsfehler verursacht!

Der wichtigste Grundsatz lautet also:  Naturnahe Ernährung ist der wichtigste Baustein für Kaninchengesundheit und Wohlbefinden. Durchfall- und Verdauungsstörungen sind nie Veranlagung, sondern immer durch Fütterungsfehler verursacht!

In freier Wildbahn gibt es keine Supermärkte mit Gemüseabteilung und schon gar keine Bäcker. Deshalb bedeutet Frischfutter für Kaninchen all das was Wald und Wiese während des Jahres so zu bieten haben. Von Blüten, Blättern, Samen bis hin zu den Wurzeln! Und altes, hartes Brot ist nur was für die Biotonne! 

Wie viel Deine Kaninchen fressen richtet sich nach Alter, Rasse, Aktivität, Witterung, sowie Indoor- oder Outdoorhaltung. Am wichtigsten für die Verdauung und damit der Gesundheit unsere Kaninchen ist ganz viel Rohfaser und aus Mangel an frischen Kräuterwiesen qualitativ sehr gutes Heu mit vielen Kräutern. Davon sollte Mümmelmann immer zur Verfügung haben.

Bei großer Hitze ist der Bedarf eher gering und die Menge kann daher reduziert werden, zu den Fellwechseln, sowie bei Kälte und einem damit verbundenen höheren Energiebedarf muss sie möglicherweise verdoppelt werden. Als Faustregel gilt, wenn der Napf bei der nächsten Mahlzeit leer ist dann ist es genau richtig.

Eine Zufütterung von einer naturnahen, strukturreichen Futtermischung ist auf jeden Fall für die tägliche Abwechslung, ein gutes Immunssystem, zur optimalen Nährstoffversorgung, sowie zur Vermeidung von Zahnproblemen sinnvoll und gesund - aber die richtige muss es sein! Andernfalls sind chronische Durchfallerkrankungen oder schwere Störungen des Verdauungsapparates vorprogrammiert. Zudem werden die Kaninchen schnell zu dick und die folgenden Tierarztbesuche sehr teuer. 

Die Futtermenge variiert von Kaninchen zu Kaninchen. Unsere Futtermischungen lehnen an die natürlichen Lebensräumen der Kaninchen an und sind nur dann wirklich wertvoll wenn darauf geachtet wird, dass eine Mahlzeit vollständig aufgefressen wird. Selektieren die Kaninchen die Mischungen ist das ein Zeichen von zuviel Futterangebot. In diesem Fall sollten alle Rationen verringert werden. Zwei Mahlzeiten täglich, eine am Morgen und eine am Abend sorgen dafür, dass Kaninchens Verdauung gut funktionieren kann.

Wild- und Heilkräuter

Ackerdistel, Bärlauch, Basilikum, Beifuß, Bohnenkraut, Borretsch, Breitwegerich, Brennnessel, Brunnenkresse, Dill, Distel, Estragon, Echinacea, Frauenmantel, Gänseblümchen, Grüner Hafer, Hagebutte, Hirtentäschelkraut, Huflattich, Johanniskraut, Kamille, Kerbel, Koriander, Kornblume, Kümmel, Lavendel, Liebstöckel, Löwenzahn , Lorbeer, Luzerne, Malve, Majoran, Melisse, Minze, Oregano, Petersilie, Pimpernelle, Ringelblume, Rosenblüten, Rosmarin, Salbei , Sauerampfer, Sonnenhut, Schafgarbe, Schnittlauch, Sonnenblume, Spitzwegerich, Taubnessel, Thymian, Topinambur, Vogelmiere, Wegwarte, Weißdorn, Weißklee, Wermut, Zaunwicke
Wildkräuter finden sich in unbehandelten Wiesen, Heilkräuter werden auch als Küchenkräuter angeboten

Blätter und Zweige

Apfel, Birne, Pfirsich, Pflaume, Weidenblätter, Buche, Birke, Ahorn, Haselnuss, Walnuss, auch Kiefer, Johannis- und Stachelbeere, Him- und Brombeere, Weißdorn und Weinblätter.
Also alle heimischen Obst-, Laub und Nadelgehölze die Du auch an Wiesen und in Wäldern finden kannst.

Gemüse für die Wintermonate wenn Kräuterwiese nicht zur Verfügung steht

Broccoli, Chiccoree, Chinakohl, Fenchel - Kraut und Knolle, Friseesalat, Gurke, Karotte mit Grün, Knollensellerie - Kraut und Knolle, Kohlrabi - nur Knolle!, Maiskolben, Paprika, Pastinake, Petersielenwurzel, Pilze, Radicci, Radieschenblätter, Rote Bete, Ruccola, Schwarzwurzel, Spargel - grün und weiß, Staudensellerie, Steckrübe, Topinambur, Zucchini
Aber aufgepasst! Diese Gemüsesorten sind allesamt für uns Menschen gezüchtet und haben nichts mit einer ursprünglichen Kaninchenernährung zu tun, deshalb ist weniger hier mehr!

Obst ist ein Leckerchen!

Ananas, Apfel, Aprikose, Banane, Birne, Brombeere, Cherimoya, Clementine, Erdbeere, Feige, Heidelbeere, Himbeere, Honigmelone, Johannisbeere, Kakifrucht, Karambola, Kirsche, Kiwi, Kürbis, Litschi, Loquat, Mandarina, Mango, Mangostane, Mirabelle, Nashibirne, Nektarine, Orange, Papaya, Pfirsisch, Pflaume, Preiselbeere, Wassermelone, Weintraube
Leckerchen! Heißt nur sparsam wie "Pralinen" füttern.

Wichtige Inhaltsstoffe! Die Mischung machts

Rohfaser ist das Zellskelett der Pflanzen und wird je nach Struktur nahezu unverdaut wieder ausgeschieden. Rohfaseranteile in unvermahlener Form sind für die Verdauung des Kaninchens besser als in vermahlender Form. Außerdem werden die Zähne von langfasrigen Zellstrukturen besser abgenutzt. Je höher der Rohfasergehalt in einem Kaninchenfutter, desto besser für die Verdauung.
Rohasche wird ermittelt, indem das Futtermittel verbrannt wird. Was übrig bleibt, setzt sich aus Mineralien und Spurenelementen zusammen. Die Differenz dazu gibt dann an, wie hoch der Anteil der organischen ist.
Rohprotein sind alle im Futtermittel enthaltenen Stickstoffe. Proteine im Futter sind zum Aufbau von körpereigenen Proteinen und Aminosäuren wichtig. Nicht das gesamte Rohprotein kann verwertet werden, etwa 30% werden wieder ausgeschieden.
Eiweiße sind in pflanzlichen Produkten wie Nüsse, Samen und jungen Pflanzenteilen zu finden.
Rohfett im Futtermittel kann direkt von Nüssen, Sonnenblumen, Raps oder Kürbiskernen stammen, aus Produkten der Fettgewinnung (Presskuchen) aber sich auch aus Wachsen und Harzen.
Kohlehydrate, Stärke und Zucker sind entweder Einfachzucker wie Traubenzucker und Fruchtzucker oder aus Einfachzuckern aufgebaute Zweifach- (Milchzucker, Rohrzucker, Rübenzucker, Malzzucker) oder Vielfachzucker (Stärke in Getreide und getreidehaltigen Produkten, Kartoffeln, Reis, Hülsenfrüchten). Alle Kohlehydrate werden im Verdauungstrakt zu Einfachzuckern abgebaut, bevor sie in den Blutkreislauf aufgenommen werden.